Zum Hintergrund in Rojava:

Die kurdische Bevölkerung hat demokratische Selbstverwaltungsstrukturen in Nordost-Syrien aufgebaut, woran sämtliche dort lebenden Bevölkerungs- und Religionsgruppen beteiligt sind. Rojava ist bspw. derzeit die einzige Region des Landes, in der assyrische Christen sicher leben und sich an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen können.

Die jetzige Übergangsverwaltung der autonomen Region Rojava setzt sich aus dem „Kurdischen Hohen Rat“ (sämtliche kurdischen Parteien Syriens) und anderen Bevölkerungsgruppen, wie den Arabern und Assyrern zusammen. In sämtlichen Gremien liegt der Frauenanteil bei 40%. Die Realität in Rojava ist von Menschen geprägt, die nicht weiter bereit sind, patriarchale Gesellschaftsstrukturen oder andere Unterdrückungsmechanismen hinzunehmen.

Aufgrund der hohen Anzahl von Binnenflüchtlingen leben dort mehr als drei Millionen Menschen. Der kurdische Rote Halbmond von Rojava (Heyva Sor a Kurd a Rojava) hat dazu folgende Zahlen veröffentlicht:

Kanton Efrîn: Einwohnerzahl: 400.000 und ca. 500.000 Binnenflüchtlinge
Kanton Kobanê: Einwohnerzahl: 300.000 und ca. 350.000 Binnenflüchtlinge (der Ansturm der Flüchtlinge dauert aufgrd. der Kämpfe in Aleppo an)
Kanton Cizîre: Einwohnerzahl: 1.300.000 und mehr als 500.000 Binnenflüchtlinge
Stand: Januar 2014

Die kurdischen Organisationen in Rojava, die sich um die Binnenflüchtlinge kümmern, werden in keiner Weise international unterstützt.

Das gesamte Projekt der Selbstverwaltung in Rojava kann als Vorbild zur Transformation Syriens und darüber hinaus der mittelöstlichen Gesellschaften zu fortschrittlichen Demokratien gesehen werden. Gerade das ist jedoch Regionalmächten und Dschihadisten aus dem Al Qaida Netzwerk ein Dorn im Auge. Die Türkei, Katar und Saudi Arabien unterstützen die dschihadistischen Gruppen mit Waffen, Strategien zur Kriegsführung, Geldern, ärztlicher Versorgung und militärischer wie ziviler Infrastruktur, um eine Stabilisierung der kurdischen Regionen Syriens mit allen Mitteln zu verhindern. Folge davon sind Angriffe auf die autonomen Gebiete in Rojava sowie Massaker gegen die Zivilbevölkerung. Auch das Assad-Regime will eine weitere stabile Entwicklung dieser Region verhindern.

Die kurdische Bevölkerung Syriens ist bestrebt eine friedliche Lösung im Syrienkonflikt zu erreichen sowie für das Recht auf ein freies Leben zu kämpfen, damit in einem demokratischen Syrien sämtliche Bevölkerungs- und Religionsgruppen gemeinsam und partnerschaftlich miteinander leben können. Um das Bestreben zur Umsetzung dieses Ziels zu stärken, ist die Unterstützung der dortigen Bevölkerung mit lebensnotwendigen Hilfsgütern und freien Handel zu ermöglichen.

Kontakt: rojavasolidaritaet@riseup.net